Wird Cannabis bald für den Erwachsenengebrauch in Europa legalisiert?

Der europäische Kontinent, der Cannabis lange Zeit ablehnend gegenüberstand, scheint sich dieser konsumierbaren Pflanze allmählich zu öffnen. In der Linie der Länder jenseits des Atlantiks, die in dieser Frage weiter fortgeschritten sind, denken einige europäische Regierungen über eine Legalisierung nach. Gesetzesentwürfe, Pilotprojekte: Wo steht Europa konkret beim Cannabis für den Erwachsenengebrauch?

Portugal denkt über die Legalisierung von Cannabis nach

Während in Frankreich die Gesetzgebung zu Cannabis ein heikles Thema bleibt, erkunden andere Länder bereits die Möglichkeiten. In einigen von ihnen ist der Prozess sogar schon angelaufen. In Portugal zum Beispiel haben zwei politische Parteien Gesetzesentwürfe zum Freizeitcannabis eingereicht. Tatsächlich ist medizinisches Cannabis seit 2018 bereits auf portugiesischem Gebiet erlaubt.

Die Vorschläge kommen vom Linksblock und der Liberalen Initiative. Diese betonen die Notwendigkeit, innovativ und mutig bei der Erkundung dieser Legalisierung zu sein. Da die Droge seit 20 Jahren entkriminalisiert ist, erscheint es ihnen logisch, eine konkrete Regulierung des Cannabismarktes einzuleiten. Portugal ist somit eines der ersten Länder, das Gesetzesentwürfe vorschlägt, die den Anbau, die Herstellung, den Handel oder auch den Import und Export im Zusammenhang mit Cannabis regeln.

Dieses Gesetz würde dazu beitragen, den illegalen Markt zu beruhigen und erwachsenen Konsumenten Sicherheit zu bieten. Dies zum Beispiel durch die Einführung einer Informationspflicht. Diese würde für Etikettierungen oder die Produktdeklaration gelten. Die Hersteller müssten somit unter anderem ihre Herkunft oder die THC-Konzentration angeben. Das Ergebnis der Debatte über diesen Gesetzesentwurf sollte bis August 2021 vorliegen.

Übergang zu legalem Cannabis mit Pilotprojekten

Dieser Staat ist nicht der einzige, der sich für die Gesetzgebung von Cannabis für den Erwachsenengebrauch einsetzt. In Luxemburg ist insbesondere ein Pilotprojekt in Planung, das in den kommenden Monaten starten soll. Langfristig die Entkriminalisierung und Legalisierung dieser Pflanze. Auch die Schweiz experimentiert mit der Legalisierung von Freizeitcannabis. Seit Mitte Mai hat das Land ein Testprojekt gestartet, das sich über fast 7 Jahre erstrecken kann.

5.000 Schweizer, die bereits Konsumenten und volljährig sind, nehmen an dieser Studie teil. Sie werden von Spezialisten genau untersucht und müssen sehr genaue Bedingungen erfüllen. Die Einschränkungen betreffen insbesondere ihre Konsummenge und -häufigkeit. Die Niederlande setzen auf ein ähnliches Pilotprojekt. Obwohl der Verkauf von Cannabis in Coffeeshops erlaubt ist, hatten die Niederländer keine legalen Produzenten, bei denen sie ihr Cannabis kaufen konnten.

Das Ziel des etwa sechsmonatigen Experiments ist es, ein Netzwerk von Anbauern mit Sitz in den Niederlanden zu entwickeln. Je nach Ergebnis dieses Pilotprojekts würde legales Cannabis dann in ausgewählten Geschäften im Land verkauft. Die Ambition dieser Art von Pilotprojekt ist klar. Die Idee ist, einen internen Kreislauf von der Produktion bis zur Vermarktung zu schaffen. Ein Teil der daraus resultierenden Gewinne würde dann dazu dienen, die Prävention rund um den Cannabiskonsum zu fördern.

Legales Cannabis: Die zu erwartende Marktexplosion

Den Schwarzmarkt regulieren, Konsumenten schützen: Die Gründe für die Legalisierung sind zahlreich. Tatsache ist, dass der Markt für Freizeitcannabis in Europa einen beträchtlichen Umsatz darstellt. Über Fragen der öffentlichen Gesundheit hinaus würde eine Regulierung von Cannabis also einen echten wirtschaftlichen Wandel ermöglichen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt ziemlich schnell die kommerzielle Macht dieser Pflanze. Schätzungen zufolge würde der illegale Markt fast 11 Milliarden Euro ausmachen.

Die Cannabisindustrie, eine wirtschaftliche Goldmine

Frankreich allein würde für seinen Schwarzmarkt im Jahr 2020 fast 3,24 Milliarden Euro ausweisen. Dies, obwohl das Land beim Konsum keineswegs führend ist. Während nur 7 % der Franzosen im letzten Jahr Cannabis konsumiert haben, weist Irland beispielsweise eine Rate von 17 % auf. Konkret wird geschätzt, dass jeder zehnte Europäer jedes Jahr Cannabis konsumiert. Wenn die Staaten zu einer Legalisierung von Cannabis übergehen, würde ein großer Teil dieses illegalen Marktes in die Staatsfinanzen zurückgeführt.

Ein Bericht unterstreicht übrigens, dass der Markt weiterhin sehr stark wächst. Bis 2023 werden die europäischen Verkäufe 200 Millionen Euro erreichen. Diese Zahl wird sich vervierfachen und bis 2025 die Marke von 800 Millionen erreichen. Wenn man sich an den Ergebnissen Kanadas orientiert, wo Cannabis seit 2018 legalisiert ist, würde es nur wenige Jahre dauern, um mindestens die Hälfte dieses Marktes zurückzugewinnen.

Legales Cannabis in all seinen Formen

Die Legalisierung wäre nicht nur ein sicherer wirtschaftlicher Gewinn für die Staaten, sie würde auch eine Diversifizierung des Marktes gewährleisten. Viele neue Akteure könnten so auftreten. In Cannabis in all seinen Formen zu investieren, wäre eine sichere Gelegenheit für viele Europäer. Tatsächlich müsste der Konsum nicht mehr unbedingt in Blütenform erfolgen. In Kanada hat insbesondere das Ende der Prohibition zur Entwicklung zahlreicher Cannabisprodukte geführt, die einen für alle geeigneten Erwachsenengebrauch fördern.

Quelle:

https://cannabis-france.com/cannabis-bientot-legalise-pour-usage-adulte-europe/

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