Der FIM-Schnitt ist eine High-Stress-Technik im Cannabisanbau, die eingesetzt wird, um die Produktivität der Pflanzen zu steigern. Er ist vom apikalen Schnitt abgeleitet und wurde in den 90er-Jahren zufällig von einem US-amerikanischen Grower entdeckt, als er eigentlich einen apikalen Schnitt machen wollte, sich aber beim Schnitt vertan hat. Als ihm sein Fehler auffiel, rief er: „Fuck, I missed!“ („Mist, ich hab’s vermasselt!“) – und so entstand der Name dieser Technik.
Das Ziel der FIM-Beschneidung ist es, die Produktion der Pflanzen zu steigern, indem nur ein Teil der apikalen Spitze abgeschnitten wird, anstatt sie wie bei der klassischen apikalen Beschneidung vollständig zu entfernen. Während die apikale Beschneidung zwei neue Zweige erzeugt, kann die FIM-Beschneidung zwischen 4 und 5 neue kräftige Verzweigungen hervorbringen, wodurch die Pflanze mehr Blüten entwickeln und folglich ihren Ertrag steigern kann.
Wie man die FIM-Beschneidung durchführt
Die FIM-Beschneidungstechnik ist relativ einfach und kann von jedem Grower durchgeführt werden, solange man sorgfältig vorgeht. Es geht darum, etwa 70 % des oberen Teils der apikalen Knospe abzuschneiden. Innerhalb weniger Tage werden an der Stelle, an der der Schnitt vorgenommen wurde, mehrere neue Zweige erscheinen, die mit der gleichen Kraft wie der ursprüngliche Zweig wachsen. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen und Schäden an der Pflanze zu vermeiden, ist es wichtig, gut geschärfte und sterilisierte Werkzeuge wie gebogene Scheren zu verwenden, was auch die Ausbreitung von Krankheiten verhindert.
Obwohl diese Technik ursprünglich nicht vollständig verstanden wurde, weiß man heute, dass die hohe Konzentration von Knoten in der apikalen Knospe von Cannabis, wenn sie an der richtigen Stelle geschnitten wird, das Wachstum mehrerer neuer Zweige auslöst.
Wann und wie man die FIM-Beschneidung anwendet
Damit die Cannabis-Pflanze den durch die FIM-Beschneidung verursachten Stress verkraften kann, muss sie zwischen 3 und 5 Knoten entwickelt haben, was in der Regel etwa einen Monat nach der Keimung der Fall ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die Stängel und Wurzeln robust genug, um sich schnell von dem Eingriff zu erholen. Es ist entscheidend, die FIM-Beschneidung nur während der vegetativen Wachstumsphase durchzuführen, da sie während der Blütephase die Blütenproduktion beeinträchtigen und die Pflanze einem Stresslevel aussetzen könnte, von dem sie sich möglicherweise nicht erholt.
Wenn Cannabis-Pflanzen gestresst sind, konzentrieren sie ihre gesamte Energie auf die Erholung und verlangsamen dadurch andere wichtige Prozesse wie Wachstum oder die Produktion von Blüten.
Vor- und Nachteile der FIM-Beschneidung
Vorteile:
- Erhöht die Gesamtproduktion der Pflanze.
- Fördert die Entwicklung stärkerer und robusterer Pflanzen durch Verlängerung der vegetativen Phase.
- Begünstigt das Erscheinen einer größeren Anzahl von Zweigen.
- Einfach umzusetzende Technik.
Nachteile: Obwohl die Nachteile gering sind, sollten sie berücksichtigt werden:
- Wenn die Technik falsch ausgeführt wird, können die neuen Zweige schwach sein und unter dem Gewicht der Blüten, durch Wind oder Regen brechen.
- Ein falscher Schnitt kann zur Bildung eines sterilen Kallus führen, der das Wachstum neuer Zweige verhindert, obwohl zwei Knospen sich weiterhin wie bei der apikalen Beschneidung entwickeln.
Unterschiede zwischen FIM-Beschneidung und apikaler Beschneidung
Der Hauptunterschied zwischen der FIM-Beschneidung und der apikalen Beschneidung liegt in der Art und Weise, wie die apikale Spitze geschnitten wird. Bei der apikalen Beschneidung wird sie vollständig entfernt, wodurch die unteren Knospen die Kontrolle übernehmen und zwei neue apikale Spitzen produzieren. Im Gegensatz dazu wird bei der FIM-Beschneidung nur ein Teil der Spitze abgeschnitten, was das Erscheinen mehrerer neuer kräftiger Verzweigungen anregt.

Beide Techniken sind vorteilhaft für den Anbau in begrenzten Räumen oder wenn man diskretere Pflanzen mit kontrollierter Größe halten möchte, um so die Produktion in diesen Umgebungen zu maximieren.
Kombination mit anderen Techniken
Obwohl die FIM-Beschneidung allein effektiv ist, kann ihr Potenzial durch die Kombination mit anderen Anbautechniken wie Screen of Green (ScrOG) und der Lollipopping-Beschneidung maximiert werden. ScrOG hilft dabei, die Zweige auszubreiten und die Lichtexposition zu maximieren, während Lollipopping das Entfernen der unteren Zweige ermöglicht, um die Energie auf die oberen Blüten zu konzentrieren. Die Kombination dieser Techniken kann die Produktion und Qualität der Pflanzen während der Blütephase erheblich verbessern.
Zusammenfassend ist die FIM-Beschneidung eine einfache, aber wirkungsvolle Technik, die bei korrekter Ausführung den Ertrag des Cannabis-Anbaus steigern kann, indem sie das Erscheinen mehrerer robuster Zweige auslöst. Obwohl sie gewisse Risiken birgt, wenn sie falsch durchgeführt wird, kann sie mit Übung und angemessener Pflege zu einem wertvollen Werkzeug für jeden Grower werden.
interner Link


